Alpha Live


 Es gibt diese grossen Fragen im Leben, die wir manchmal vor uns herschieben. Kennt ihr das? 'Was koche ich heute zu Mittag' gehört nicht dazu, obwohl ich das auch gern bis 11:00 wegschiebe von mir... 

Warum bin ich hier? Was ist der Sinn meiner Existenz? Was der Sinn des Lebens ansich? Gibt es einen Gott? Und wie hält er alles zusammen? Und so weiter... Das Leben bringt unzählige von Entscheidungen mit sich, täglich tausende kleine und grosse. Wir befinden uns jeden Tag in mitten dieser Entscheidungen und manchmal sind wir deswegen müde und haben das Bedürfniss, keine Entscheidungen mehr treffen zu müssen. Nicht abwägen zu müssen, sich führen zu lassen oder einfach nichts zu tun. Diese Zeit jetzt bringt den Luxus mit sich, dass wir weniger Entscheide zu treffen haben. Also, mir gehts zumindest so. Dann rücken die grösseren Fragen automatisch auch näher und darum habe ich mich bei Alpha Live angemolden. Ich möchte mich mit meinem Glauben auseinander setzen und alle Aspekte davon betrachten. Kritisch und trotzdem offen besuche ich die Treffen per Zoom und geniesse den Austausch. Und ich bin mit meinen kritischen Fragen nicht alleine. Es ist schön zu spüren, dass es andere Menschen gibt, die die selben Fragen beschäftigen. Nicht, dass ich nicht damit gerechnet hätte, doch es zu erleben ist dann schon auch noch anders. Schön finde ich die Offenheit, die hier gelebt werden kann. 

Diese Woche haben wir uns mit der Frage "Wer ist Jesus" beschäftigt. Eine doch sehr grosse Frage für einen ersten Einstieg. Ich tat mich nicht als Einzige schwer, diese Frage aus meiner Sicht zu beantworten und ich glaube, wirklich beantwortet habe ich sie noch nicht. 

Ganz grundsätzlich wurden Indizien dargelegt, die die Existenz von Jesus als Mensch belegen sollten. Doch da war ich doch auch recht skeptisch. Für mich ist es schwieriger daran zu glauben, dass er wirklich unter dieser Sonne als Mensch gewandelt ist, als an seine Botschaft an sich und ihn als Vorbild für unser Handeln und Denken zu sehen. Denn für mich ist Jesus das: Nächstenliebe, Toleranz, Akzeptanz, Vertrauen, Dankbarkeit, Handeln im Guten, Vergebung,... Sein Handeln als Vorgabe zu sehen, als Richtlinie, als verlässlichen Wert. Greifbarere Menschen, die teilweise noch leben sind mir ebenso Vorbild. Ich denke an Gandhi, an Martin Luther King, Mahalia Jackson... Dann denke ich an Lotti Latrous, an ihr Schaffen und Wirken in ihrem Hospiz... 

Und irgendwann komme ich zu Röbi. Für mich lebt er und strahlt er in einer Natürlichkeit seinen Glauben, dass ich niemals daran gezweifelt hätte, dass er geführt ist, in seinem Tun und Handeln. Er hat in die Friends seinen Geist gepflanzt und der wird von jedem Mitglied gelebt und verbindet alle. Das ist für mich gelebter Glaube. 

Ich tue mich schwer, wenn Menschen durch ihren Glauben richten, wenn sie gar von der Hölle reden. Wenn der Glaube am wöchentlichen Kirchenbesuch festgemacht wird. Wenn der Glaube instrumentalisert wird. 

Letztes Jahr lass ich "Die Hütte- von William P Young" und es hat mich berührt. Die Leichtigkeit, wie der Glaube dargelegt wird, wie sich die Dialoge entwickeln und die Hauptfigur von allen Schuppen vor den Augen befreit wird, faszinierte mich. Vergebung ist in diesem Buch ein grosses Thema. Verurteilung ebenso. Absolut lesenswert! 

Dieses Buch war mitunter ein Grund, warum ich nun den Alpha Live - Kurs besuche. Das und die grossen Fragen, die ich in der freier gewordenen Zeit anschauen - ihnen auf die Spur kommen und nicht länger vor mir herschieben möchte.  

Ich wünsche euch ein wunderbares Wochenende!


In dem Link unten findet ihr Informationen zum Alpha Live - Kurs der Evang. Kirchgemeinde Frauenfeld. Man kann sich immer noch anmelden!

https://www.evang-frauenfeld.ch/alphalive

Kommentare

  1. Herzlichen Dank, liebe Martina, für diesen persönlichen Beitrag! Und ja, an Röbi's "Leuchtturm-Sein", wie es am Schluss des Gebetes(s. Blog vom 2. Feb.) formuliert ist, habe ich keinen Zweifel. Das besonders Schöne daran ist, dass keiner Kopie eines andern sein muss. Durch unsere Wesensart hindurch möchte Gott sichtbar werden. - Keiner wie Röbi. Keine wie du. -

    "Die Hütte" habe ich nicht als Buch gelesen, aber als Film viermal gesehen, so sehr hat mich der Inhalt beeindruckt und berührt. Man muss allerdings bereit sein, sich auf ungewohnte Bilder und Vorstellungen über Gott einzulassen. Den Film "Die Hütte: ein Wochenende mit Gott" von Hazeldine Stuart kann man übrigens in der Kntonsbibliothek Frauenfeld ausleihen.

    Edith

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  2. Liebe Edith
    Ich danke dir für deine Worte! Das Bild vom Leuchtturm finde ich für Röbi sehr passend, da stimme ich dir vollends zu. Wir dürfen ganz uns selber sein und das ist das Beste, was wir können und dürfen.
    Das Buch ist wirklich sehr lesenswert. Ich fand den Film toll, aber im Buch kommen die Finessen der Dialoge noch besser zum tragen und werden noch vertiefter dargelegt. Und ich stimme dir zu; man bekommt ganz neue Bilder von Gott zu sehen und muss sich darauf einlassen können. Ich fand es einfach wahnsinnig schön, nah und für mich in vieler Hinsicht entspannend. Viel Freude!
    Danke dir, Edith!

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